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Über den Greifenpass

21. Travia 1024 BF:

Meine Ausbildung zu einem edlen Krieger war nun seit kurzem beendet. Die Zeit war hart doch sehr lehrreich. Ich konnte meine Fertigkeit mit Schwert und Schild zu kämpfen weiter verbessern und auch der Umgang mit den anderen Standardwaffen wurde trainiert. Alles in allem hat mich die Akademie auf meine ersten Aufträge bestmöglich vorbereitet.
Mein Vater beglückwünschte mich zu meinem Kriegerbrief, den ich ab sofort in Händen hielt und schenkte mir "die Pranke der Leuin". Ein wahrlich prachtvolles Schwert, dass speziell für mich geschmiedet wurde. Ich war also bereit für mein erstes Abenteuer.
Es sollte auch nicht lange auf mich warten. Ein Bote erreichte mich 2 Monde nach dem ich die Akademie verlassen habe und überreichte mir eine Botschaft der weissen Gilde. Ich sollte eine magische Ingredienz dem werten Magister Balthasar Baltusius in Gratenfels überbringen. Nach einem 12-Tagesritt ohne besondere Ereignisse und Komfort erreichte ich die Tore der Stadt. Ich erfuhr schnell, dass sich die Bewohner auf die Festivitäten zur Ehrung des hl. Kupperus vorbereite. Ein Magier aus alter Zeit, der der Sage noch noch als Schlafender unter den Gratenfelser wandeln soll. Er gilt dieserorts als Schutzpatron der Nachtruhe. Mein Weg führte mich direkt zum Haus des ehrenwerten Hr. Baltusius, wo mich sein Diener empfängt. Sein Herr sei noch in wichtigen Verhandlungen vertieft und derzeit nicht abkömmlich, allerdings erhielt ich eine Einladung zum Abendessen, wo ich dann auch meinen Auftrag beenden könnte.
Die Zeit nutzte ich, um mir eine angemessene Unterkunft zu suchen, was sich als sehr schwierig erwies. Alle guten Häuser am Platz waren bereits bis unters Dach belegt und nach der langen Reise auf dem Pferderücken, wollte ich ein wenig Luxus geniessen. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als bei Graf Alrik Custodias von Gratenfels vorstellig zu werden und um eine Audienz und Unterkunft gebeten. Die Unterkunft wurde mir gewährt und eine Audienz sollte ich am nächsten Tag erhalten. Vor dem Abendessen blieb noch Zeit für einen kurzen Besuch beim Praiostempel. Als ich erneut bei Balthasar Baltusius zur vereinbarten Zeit eintraf, warteten dort schon die anderen mit der ich zusammen speisen sollte. Die Gesellschaft bestand aus dem werten Magister Balthasar Balthusius, seiner Tochter Lena und deren Verlobten Arto, seines Zeichens Hauptmann der Wache, Sayesra, einer jungen Frau aus dem fahrenden Volk, Rataro, einem Händler, dem Gelehrten Erec Aberdan, sowie einer gewissen Lady Sintelfink. Es wurden allerlei Höflichkeiten und Geschichten ausgetauscht. Ich erfuhr, dass es einen kleinen Vorfall auf dem Marktplatz gegeben hatte und der Hauptmann als Dank für die Hilfe Sayesra, Erec und Rataro zum Abendessen eingeladen hatte. Der Magister bedankte sich für die Erledigung meines Auftrages und es war ein sehr unterhaltsamer Abend bis auf die fast schon an Beldeigung grenzenden äußerungen von Lady Sintelfink. Dank meiner guten Kinderstube, konnte ich Sie ignorieren und meinem Gastgeber keine Unannehmlichkeiten bereiten. Den krönenden Abschluß der hervorragenden Mahlzeit, bildete eine Darbietung von Lena Balthusius, die ein Harfenstück zum besten gab und Sayesra, die es mit einen wundervollen Tanz begleitete.

Die Nacht war schon weit fortgeschritten und so machte sich jeder auf den Heimweg. Kurz nachdem wir das Haus verlassen hatten, drängten sich schreiende Menschen durch die Gassen. Es waren die Laute von wilden Tieren zu hören und sogleich berichtete ein herbeieilender Weibel dem Hauptmann, dass sich die Tiere der Schausteller aus den Käfigen befreit hätten. Im Gewühl verlor ich den Kontakt zu Arto, wollte aber dennoch helfen und rannte Richtung Marktplatz. Ich kam nicht weit, denn vor mir lauerte schon ein riesiger Tiger, der sich darauf vorbereitete mich anzugreifen. Ich wies meine Begleiter an vorerst hinter mit zur bleiben. Offensichtlich waren sie nicht für einen Kampf gerüstet. Zu Beginn konnte ich den Tiger recht gut in Schach halten, doch die Angriffe wurden heftiger. Eine Pranke erwischte mich mit einem schweren Schlag gegen die Brust und just als ich mein Schwert in den Rücken der Bestie versenken wollte, glitt ich ab und verletzte mich schwer am Bein. Das sich der Tiger auf mich konzentriete, griffen Erec und Rataro beherzt ein und schlugen mit einem Kampfstab und einem Stockdegen auf das Tier ein. Der Kampf wurde immer wilder und das Wesen versuchte mich umzuwerfen, was ich nur knapp verhindern konnte. Allerdings wandte sich der Tiger nun Rataro zu, der so gut wie keinen Schutz trug und verletzte ihn schwer. Gemeinsam konnten wir ihn dann doch erledigen. Es war ein harter Kampf, doch Rondra sei Dank waren die Wunden zwar schwer aber nicht lebensgefährlich. Die junge Sayesra, die sich glücklicherweise im Hintergrund gehalten hatte und so nicht in Gefahr geriet, kümmerte sich sofort um Rataro und legte ihm Verbände an.

Sogleich kam der Hauptmann mit seinen Männern und berichtete, dass auch die beiden anderen Wildtiere unschädlich gemacht worden sind. Die Leute waren nun außer Gefahr und es blieb Zeit die Wunden im Perainetempel versorgen zu lassen. Der heilkundige Geweihte verstand etwas von seinem Fach und stillte alle Blutungen und versorgte die Wunden mit Kräuter- und Salbenverbänden. Er machte seine Arbeit so gut, dass Rataro sich sogar wieder ihm Stande fühlte den Tempel zu verlassen und seine Herberge aufzusuchen. Ich meinerseits fühlte mich noch etwas geschwächt und beschloss die Nacht im Tempel zu verbingen,wobei Ich dem Grafen durch einen Boten ausrichten ließ, dass ich seine Gastfreundschaft für diese Nacht nun doch nicht in Anspruch nehmen würde.

22. Travia 1024 BF.

Am Morgen nach dem Kampf wollte ich mich zugleich zu Alrik Custodius von Gratenfels begeben, als mich bereits ein Diener zur Audienz beim Grafen abholte. Es überraschte mich ein wenig dort auch meine Bekanntschaften von gestern wieder zu treffen, aber offensichtlich wurden auch sie ebenfalls zur einer Audienz gebeten.
Für unseren Mut und unseren Einsatz am gestrigen Abend erhielten wir zunächst die goldgeprägte Ehrenurkunde der Stadt - meine erste Auszeichnugn außerhalb der Akademie. Allerdings erfuhren wir, dass in der Nacht noch mehr geschah, als der Ausbruch der wilden Tieren. Anscheinend diente dieses Manöver nur zur Ablenkung, denn in der Aufruhr der Ereignisse wurde der werte Magister Balthusius entführt und ein wahrscheinlich magisches Artefakt aus dem Archiv gestohlen.
Es fiel schwer zu glauben, dass dies alles nicht miteinander zusammenhing. Der Graf bat uns nun um unsere Hilfe, damit die Entführung des Magisters und der Verbleib des Artefakts aufgeklärt werden können. Das es sich um einen Freund der weissen Gilde handelte, der entführt wurde, stand mein Entschluß sofort fest. Ich würde Gratenfels helfen seinen Gelehrten und das Artefakt wiederzubekommen. Auch die drei anderen willigten ein sich der Aufklärung dieses Verbrechens anzunehmen. Es bot sich daher an, dass wir zusammen die Ermittlungen aufnehmen würden.

Wir hatten keine Zeit zu verlieren, denn die Missetäter (wir vermuteten, dass die Schausteller und Lady Sintelfink an der der Entführung beteiligt waren) konnten noch nicht weit sein. Doch, wo sollten wir anfangen? Wir suchten zunächst das Haus von Magister Balthusius auf, wo wir seine in Tränen aufgelöste Tochter vorfanden. Nachdem ich sie ein wenig zu trösten versuchte, erzählte sie uns, was passiert war. Leider brachte uns ihre Schilderung der Entführung nicht viel weiter. Offensichtlich waren es mehrere Personen, wobei mindestens ein magisch Begabter unter Ihnen war.
Die Frage war nun, wie sie aus der Stadt fliehen konnten, denn alle Tore waren verschlossen und die aberwitzig verstärkten Mauern erlauben kein Durchkommen. Nunja, wir teilten uns auf, um schneller aufbrechen zu können. Während Erec noch versuchte im Arbeitszimmer des Magisters Spuren und Hinweise zu entdecken, machte sich Rataro auf zu den hiesigen Händlern, die eventuell mehr Informationen über Wege in und vorallem wieder aus der Stadt heraus hatten. Ich meinerseits besorgte Proviant und versuchte noch Pferde für die Verfolgung aufzutreiben, die natürlich von unschätzbarem Wert gewesen wären. Leider waren keine aufzutreiben und so musste mein Pferd als Packpferd herhalten. Sayesra hatte bei der Grafschaft noch Winterkleidung für uns alle organisiert. Die Tage im Kosch wurden auch langsam kälter, so dass wir sie wahrscheinlich bald brauchen würden.
Rataro kehrte wenig später ebnfalls zurück und teilte uns mit, dass die Schausteller wohl durch das Koscher Tor aus der Stadt fliehen konnten. Woher er diese Information hatte, wollte er uns allerdings nicht verraten, was nun auch nicht so wichtig war.
Wir brachen nun also am frühen Nachmittag zur alten Koschwacht auf, wo wir die übeltäter vermuteten.
Kurz nachdem wir Gratenfels verlassen hatten, begann es bereits zu schneien. Ein ungewöhnlich früher Wintereinbruch in diesem Jahr, doch wir waren gerüstet. Wir kamen nur langsam voran und ich befürchtete, dass der Abstand auch immer größer wurde, denn von einem Bauer wussten wir, dass die Häscher mittlerweile auf Pferden unterwegs fahren. Woher sie diese Pferde hatten enthüllte sich uns bald darauf. Im "Wirtshaus zum Schwarzen Keiler" erfuhren wir, dass diese Halunken einen Händler namens Connar Blombster um seine Reittiere gebracht hatte. Ich versprach die Pferde, sofern wir dieser habhaft werden konnten, wieder in Gratenfels ihrem rechtmäßigen Besitzer zuzuführen.
So mussten wir auch die Einladung der Wirtsfrau dankend ablehnen, denn wir hatten keine weitere Zeit zu verlieren.
Am frühen Abend kamen wir an die Zollstation zur Grenze der Baronie Twergentrutz in der Grafschaft Wengenholm. Hier bestätigte man uns, dass die von uns gesuchten Verbrecher samt Magister Balthusius heute morgen vorbeigekommen sind, was bedeutet, dass wir bereits fast einen ganzen Tag hinterher waren. Ich frage mich, warum sich niemand gewundert hat, dass Meister Balthusius an sein Pferd gebunden war...

Noch immer wussten wir nur wenig über das Ziel der Banditen und die eigentlichen Motive. In Gratenfels erhielten wir noch den Hinweis, dass eine gewisse Lady Domaris von ATall mit Magister Balthusius in regem Austausch über wissenschaftliche Studien und dergleichen stand. Wir erhofften uns weitere Informationen von dieser Magistra und nahmen daher den kleinen Umweg zur alten Koschwacht auf uns, die auf einer Insel nahe der Grenzstation lag.
Glücklicherweise war auch ein Fährmann sofort zur Stelle, der uns übersetzen konnte. Während der Fahrt erfuhren wir, dass Lady ATall nicht unbedingt zu den beliebtesten Personen hier zählte und er berichtete von allerhand Schauergeschichten rund um die alte Ruine.
Ich stelle das Pferd in der hiesigen Taverne unter und wir nahmen den kleinen Weg hinauf zur Burgruine. Das Wetter wurde immer schlechter und aus heiterem Himmel schlug ein violetter Blitz in die Turmspitze. Der dort angebrachte Winddrache ließ meine Begleiter kurz erschaudern. Gleich darauf ertönte ein Schrei aus dem Turm. Ich zog mein Schwert und rannte sofort zum Eingangstor, das merkwürdigerweise offen stand. Kaum hatte ich einen Schritt in die kleine Empfangshalle getan, sah ich eine junge verunstaltete Frau am Boden liegen, die aus einer Platzwunde am Kopf blutete. Fast zeitgleich flog ein dicker Foliant auf meinen Kopf zu, doch ich konnte ihn im letzten Moment mit meinen Schild abwehren. Was hatte das zu bedeuten ? Welche schwarze Magie war hier entfesselt worden ? Nach ein paar Schwertstreichen blieb das Buch dann aber zerfetzt am Boden liegen, doch sogleich setzte sich die vorher noch reglose Gestechrüstung am anderen Ende des Raumes in Bewegung. Wo sind wir hir nur hineingeraten ? Ich machte die Tür frei, so dass sich Sayesra, die offensichtlich etwas von Wundversorgung verstand, um das Mädchen kümmern konnte.
Rataro hatte den Einfall, dass wir zusammen den schweren Folianten gegen die Rüstung schleudern konnten, so dass die Rüstung möglichweise umfällt. In der Theorie mochte das vielleicht eine gute Idee gewesen sein, doch der Angriff ging vollständig daneben, so dass ich diese gottlose Entität mit Schwert und Schild niederringen musste, was mir auch ohne größere Verletzungen gelang.

Es ging nun darum diesen Spuk, woauchimmer er herkam, zu beenden. Das Mädchen, das mittlerweile wieder zu Bewusstsein gekommen ist, teilte uns mit, dass ihre Herrin im obersten Stockwerk zu finden sei. Mit Sayesra und Erec ging es dann auf dem kürzesten Wege über diverse Wendeltreppen nach oben, während Rataro auf das Mädchen "aufpasste". Auf dem Weg musste ich noch einigen Gegenständen das unheilige Lebenslicht auslöschen, doch auf den Anblick, der sich mir jetzt bot war ich nicht gefasst. Im letzten Stock des Turmes angekommen sah ich das Labor der Lady ATall und mittendrin lag die Dame totengleich auf dem Boden und auf ihrer Brust hatte sich ein widernatürliches schwarzes Etwas, dass direkt aus den Fängen des Namenlosen zu kommen schien, festgesaugt.
Starr vor Angst konnte ich nur ungläubig zuschauen. Erec konnte den Schreck schneller abschütteln und schlug mit seinem Stock nach dem Wesen, doch der Kampfstab ging mitten durch das Wesen, genau wie mein Schwert als ich wieder bei Sinnen war und das Wesen ebenfalls angriff. Der Gelehrte hatte den richtigen Einfall, dass nur magische Gegenstände das Scheusal verletzen konnten und griff sich den Zaubererstab, der in der leblosen Hand von Lady ATall lag. Mein treues Schwert war jedoch weder magisch noch geweiht, so dass ich mit der nächstbesten Kristallkugel nach dem Dämon warf, verfehlte es jedoch. Sayesra, die die ganze Zeit im Hintergrund abwartete, warnte uns vor noch einem dieser belebten Gegenstände und ich warf mich rechtzeitig zu Boden. So leid es mir tat, aber ich konnte in diesem Moment nicht viel ausrichten und beschloss wenigstens die Magierin in Sicherheit zu bringen, denn nur sie konnte uns wahrscheinlich in dieser Lage weiterhelfen. So schnell ich konnte nahm ich den bewusstlosen Körper und rannte wieder zu Rataro. In aller Kürze berichtete ich ihm, was geschehen war und wollte schon wieder nach oben eilen, als die Sayesra und Erec mir entegegen kamen und von ihrem Sieg gegen das Dämonenwesen berichteten. Offensichtlich war die Schreckensgestalt doch nicht so stark, wie ich gedacht hatte und Erec konnte es mit dem Stab vertreiben. Der Spuk endete dann auch mit dem Verschwinden dieser Kreatur.

Nachdem Lady ATall wieder zu sich kam, berichtete sie was geschehen war. Ich war noch etwas außer mir ob all der Merkwürdigkeiten, die sich hier abspielten und war wohl etwas grober zu ihr als ich wollte. Das Bild wurde nun zumindest etwas klarer.
Bei Lady Sintelfink schien es sich um eine Hexe zu handeln, die wohl in der gestohlenen Kristallkugel einen mächtigen Gegenstand erkannte und nun mehr über dieses Artefakt herauszufinden versuchte. Ihr Weg führte offensichtlich über den Greifenpass und somit auch der unsere. Die Magierin ATall gab uns noch den Hinweis, dass wir uns mit einer gewissen Jahna in Dunkelhain treffen sollten, die möglichweise mehr über Hexe Sintelfink und ihr Ziel wusste. Zum Dank an ihre Rettung überreichte mir Lady Sintelfink noch eine bronzene Flasche, in der wohl ein Heiltrank war (die bisherigen Kämpfe hatten doch ihre Spuren hinterlassen), und sie bot uns außerdem an, in dem Turm zu übernachten, da es doch schon spät war. Den Trank nahm ich widerwillig an, doch die Einladung zur übernachtung schlug ich aus. Schließlich hatte ich für einen Abend genug schwarze Magie erlebt und wer weiss, welch überraschung mich dort noch erwartet hätten. Meine Gefährten sahen das ähnlich und so nahmen wir uns ein Zimmer in der Taverne. Ich überlegte mir den Heiltrank für eine Notlage aufzusparen, denn in einem harten Kampf konnte so ein Heiltrank den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen und ich befürchte, dass so ein Kampf in nächster Zeit auf mich warten würde.

23. Travia 1024 BF.

Nach einem schnellen Bier ging ich dann auch zeitig schlafen, denn heute früh sollte es noch vor dem Morgengrauen weiter gehen. Meine Gefährten waren natürlich wenig begeistert, aber ich konnte wohl kaum die militärische Disziplin, wie ich sie bisher gewohnt war, bei meinen Begleitern voraussetzen. Nichtsdestotrotz machten wir uns ohne Frühstück weiter auf die Verfolgungsjagd nach Sintelfink und ihren Spießgesellen. Doch schon bald beschäftigte uns zumindest für kurze Zeit ein weiteres Verbrechen. Mitten auf der Reichsstraße stießen wir auf einen Händlerkarren neben dem der getötete Besitzer lag. Die Räuber konnten noch nicht weit seien und so gab es keine Frage, dass wir diese feigen Mörder stellen mussten. Nach einer schnellen Verfolgung, wobei sich Erec als guter Spurenleser erwies, konnten wir die drei Halunken stellen. Es gab ein kurzes Schamützel, bei dem ich einen der Diebe tötete und einen anderen schwer verwundete. Leider wurde Rataro übel verwundet, so dass ich ihm den Heiltrank von Lady A?Tall übergab, der auch gleich seine Wirkung entfaltete.
Die 2 verwundeten Diebe übergaben wir der Wache, die wir auf der Reichstraße begegneten. Dieser Vorfall hat zwar Zeit gekostet, dennoch war es unsere Pflicht den Mord an diesem Händler aufzuklären und die Schuldigen der Gerichtsbarkeit zu übergeben ! Wären wir nicht so unter Zeitdruck gewesen, dann hätte ich das Versteck der Räuber noch ausfindig machen können?

Weiter ging es auf Schusters Rappen und ich gönnte meinen Begleitern eine kurze Rast am Schrein des heiligen Kupperus. Offensichtlich hatten sie mehr mit den Strapazen der Reise zu kämpfen als ich. Schließlich erreichten wir gegen Mittag das Dorf Dunkelhain, in dessen Nähe sich die Hexe Jahna aufhalten. In der Taverne ?Zum Raben? nahmen wir eine gute Mahlzeit ein und versuchten rauszufinden, wo denn Jahna zu finden sei. Anstatt einer Antwort erhielten wir Ratschläge uns von Jahna fernzuhalten. Naja bis auf den Travia-Geweihten, der wohl Jahna ganz gut leiden konnte. Dennoch wusste er ebenso wenig wo ihre Hütte stand. Wir erfuhren noch nebenbei, dass am heutigen Tage eine große Hochzeit im Dorf stattfinden sollte.

Wir waren ehrlich gesagt etwas ratlos und wollten uns schon aufteilen, als eine Eule auf sich aufmerksam machte und doch tatsächlich so etwas wie ?Folgt mir !? von sich gab. Die Ereignisse der letzten Tage halfen dabei, schnell zu reagieren anstatt sich zu wundern, warum plötzlich eine Eule mit uns sprach.
Also eilten wir dem Nachtvogel hinterher und in der Tat führte uns das Tier zu einer Hütte, die einer Hexe gehören konnte. Wir fanden auch eine alte Frau vor, allerdings war es sehr schlecht um ihren Zustand bestellt. Die Symptome deuteten nach einer kurzen Untersuchung drauf hin, dass ein Fluch auf ihr lastete, der sie langsam aufzehrte. Erec fand in einem Buch die Lösung für die Krankheit. Wur mussten ein Ritual durchführen, das uns in die Feenwelt führen würde. Dort sollten wir das Wasser des Feenquell finden, das Heilung für alle Krankheiten und Flüche versprach. Wir konnten auch alle Ingredienzen für den Zauber in der Hütte auftreiben bis auf den Brautkranz einer frisch Verliebten.

Die Götter mussten auf unserer Seite sein, denn nach zäher Verhandlung, in der Rataro seine ganze Eloquenz und Geschick aufbrachte, konnten wir den Blumenschmuck der Braut in Dunkelhain erhalten. Auch der Travia-Geweihte war nicht ganz unbeteiligt an der Sache. Ich versprach alles in meiner Macht stehende zu tun, den Brautkranz noch rechtzeitig zur Feier zurückzubringen, denn es gab hier den Brauch, die Blumen um Mitternacht in einem Feuer zu verbrennen um so vor den Kobolden geschützt zu sein. So machten wir uns schnellen Schrittes wieder auf zu Jahnas Hütte.
Dort angekommen sahen wir, dass sich der Zustand der alten Hexe weiter verschlechtert hatte. Also schnappten wir uns die restlichen Ingredienzen und ließen uns von der Eule zum Obelisken führen. Es dauerte eine Weile bis wir das Ritual erfolgreich durchgeführt hatten, aber schließlich öffnete sich das Tor zur Feenwelt, besser gesagt standen wir auf einmal mittendrin. Sayesra ließ dafür sogar alle Hüllen fallen, wie es das Ritual vermeintlich verlangte... ein Anblick, den ich nur zu gerne genossen hätte, aber als Ehrenmann, der ich bin, wahrte ich natürlich den nötigen Abstand und drehte ihr meinen Rücken zu.

Sogleich bemerkten wir auch schon die Feen, die mehr wie funkelnde Lichter erschienen. Ich stellet mich der Etikette entsprechend vor und brachte unser Anliegen dar, was jedoch zu keiner Reaktion führte. Allerdings konnten wir schon das Rauschen der Feenquelle hören und so machten wir uns auf Weg als plötzlich eine Horde von quakenden Kröten auf uns zuhielt. Es war weniger ein Angriff als viel mehr ein Bedrängen, dessen Grund wir erst später erfahren sollten. Meine Gefährten hatten zwar noch Bedenken, aber ich schlug mich mithilfe meines Schildes durch die quakende Menge und stand bald vor der Quelle als ein strahlend weisses Einhorn auftauchte. Die Kröten flohen auf der Stelle, aber auf mich machte das Wesen keinen bedrohlichen Eindruck, wovon ich mich täuschen ließ. Abermals stellte ich mich und den Grund unserer Anwesenheit in aller Form vor und wartete vergeblich auf eine Reaktion. Da wir das Waser des Feenquell dringend benötigten, versuchte ich meine Feldflasche damit zu füllen, als das Einhorn unvermittelt sein Horn sank und mich damit berührte. Mit einem Schlag wuchs das Tier und die Umgebung zu gigantischer Größe... dachte ich zumindest. In Wirklichkeit verwandelte mich dieses Biest ebenfalls in eine Kröte ! Ein Affront gegenüber meiner Person, der leider ungesühnt bleiben wird.

Schließlich nahm Sayesra die Sache in die Hand und schöpfte aus der Quelle, wobei sie mich anschließend in ihre Tasche steckte. Ein komisches Wesen dieses Einhorn... Meine Gefährten verstanden recht schnell, dass es sich bei den restlichen Kröten wohl auch um verwandelte Menschen (oder Zwerge oder Elfen) handeln mochte.

Rataro hatte den Einfall alle Tiere in seinem dicken Wintermantel zu transportieren und so wiederholten wir das Ritual und befanden uns schlagartig wieder im Dunkelhain. Wie ich erwartet hatte (instintkiv wusste ich, dass ich mich beim Verlassen der Feenwelt wieder in den strahlenden Krieger verwandeln würde) nahm ich den Zwölfen sei Dank meine menschliche Gestalt an genauso wie die restlichen "Kröten".

So standen wir also nun da mit ca. 25 unbekleideten Menschen aus ganz Aventurien, die in der Kälte froren. Es war keine Zeit zu verlieren. Anscheinend verging hier viel mehr Zeit, als es unser Gefühl vermuten ließ. Daher musste schnell gehandelt werden. Ich führte die Menschenmenge in einem leichten Dauerlauf zurück ins Dorf, während der Rest zu Jahnas Hütte eilte, um ihr das Heilmittel zu verabreichen.
Der Travi-Geweihte war zwar sehr überrascht mitten in der Nacht von dieser ungewöhnlichen Gesellschaft geweckt zu werden, versorgte aber die Bedürftigen mit Decken und Mänteln. Ich überreichte ihm noch den Brautkranz (leider zu spät) und rannte zurück zu Hütte. Ein Wunder, dass ich mich nicht in der Dunkelheit verirrte, aber die Nachtmärsche in der Akademie waren wohl doch zu etwas nutze.

Jahna hatte bereits Ihre Medizin bekommen und schlief nun friedlich.
Es half nichts. Wir mussten warten bis sie sich wenigstens ertwas erholt hatte. In diesem deliriumartigen zustand konnten wir wohl mit keiner nützlichen Information rechnen. So ruhten wir uns alle ebenfalls von den Anstrengungen der bisherigen Reise aus, aber als dann schon fast wieder der Abend nahte, weckte ich Jahna so sanft es mir möglich war. Wir mussten Yalla und ihre Schergen so schnell es nur irgendwie ging dingfest machen. Jeder Tag mehr, bedeutete einen weiteren Tag für Magister Balthusius in Gefahr, wenn er denn überhaupt noch am Leben war.

Es war schwer etwas aus der ausgemergelten Hexe rauszubekommen, aber ich ließ nicht locker uns so erfuhren wir, dass sich Yalla in einer kleinen Feste am Passweiser aufhielt. Den Weg würde uns Rohal, die Eule der alten Frau, weisen. Soweit so gut, aber wie konnten wir die Hexe besiegen ? Ich bat Jahna uns einen Weg aufzuzeigen, der uns einen Vorteil in diesem vermeintlich ungleichen Kampf verschaffen würde. Etwas mehr als einen Heiltrank und ein Gegengift hatte ich mir schon erhofft, aber es musste nun auch so gehen. Mir würde schon etwas einfallen, wenn es zum finalen Kampf gegen diese Verbrecherin Sintelfink kommen würde.

Das alles hatte noch doch sehr lange gedauert und ich konnte meine Gefährten wohl nicht überreden, noch in der Nacht aufzubrechen und bis zum Passweiser durchzumarschieren. Also richteten wir uns ein Deckenlager in Jahnas Haus ein und begaben uns zur Nachtruhe. So ruhig sollte diese Nacht allerdings nicht werden. Yalla hatte einen ihrer Folglinge als Attentäter für uns abgestellt. Hätte Erec nicht einen seltsamen Albtraum gehabt und wäre er nciht just im richtigen Moment aufgewacht, um uns zu warnen, wäre das wohl unser Ende gewesen.

In einer wilden Verfolgungsjagd setzten wir der Frau durch den halben Dunkelhain nach, als sie sich dann auf einen Baum flüchtete. Hier saß sie in der Falle und es war nur eine Frage der Zeit, wann wir sie überwältigen würden. Merkwürdigerweise verlor sie beim Klettern zwischen den ästen den Halt... fast wie vom Donner gerührt stürzte sie auf den Boden. Uns sollte das recht sein. Wir nahmen sie sofort in gewahrsam und führten sie zurück zur Hütte.

Nach einem kurzen Verhör, in dem ich Rataro doch einbremsen musste ob seiner Foltermethoden, erfuhren wir aber nichts, was wir nicht schon wussten. Die Schergin namens Hesta wurde am nächsten Tag dem Dorfschulzen übergeben. Nun bereiteten wir uns noch in aller Schnelle auf den kommenden Weg vor und würden uns dann auf den Weg zum Passweiser machen.

24. Travia 1024 BF

Unsere Abreise sollte sich allerdings doch noch etwas hinausziehen. Zunächst nahmen wir noch ein schnelles Frühstück in der Taverne ein. Erec, der noch der Ortskundigste von uns allen war, überlegte was wir im Koscher Gebirge alles für etwaige Kletterpartien benötigen würden und besuchte den nächsten Krämerladen.
Ich meinerseits machte mir aber immer noch mehr Sorgen um Yalla selbst, genauer gesagt um die Magie, mit der wir es zu tun haben würden. Ich hatte vor Yalla lebend wieder nach Gratenfels zu bringen, um sie der gerechten strafe zuzuführen. Eisen ! Das würden wir benötigen um Yalla von ihrer Magie fernzuhalten und so ertsand ich eine schwere Kette beim hiesigen Schmied, wobei ich einen Dukaten als höchst überteuert betrachtete, aber gegen einen Zwerg zu feilschen ist keine einfache Sache.

Erec und der Rest meiner Begleiter brauchten etwas länger um sich über die benötigte Ausrüstung einig zu werden. Schließlich erstanden sie ein gebrauchtes Zelt, das uns durch die kalten Nächste bringen sollte. Als es endlich losgehen sollte, lief uns einer der aus der Feenwelt Geretteten hinterher und machte auf sich aufmerksam.
Da er nur in einer alten Fremdsprache, Erec erklärte es handle sich um Aureliani, kommunizierte, war Erec sein einziger Ansprechpartner. Es war schwierig aus unserem Entdecker etwas herauszubekommen, denn er war ganz und gar in das Gespräch mit Vitus (so der Name des Grau-Magiers aus der Feenwelt) vertieft. So dauerte es auch eine Weile bis wir uns auf den Weg nach Passweiser machten. Auf dem Weg erfuhren wir, dass Vitus zur Zeit der Magierkriege in die Feenwelt ging und seitdem dort feststeckte. Er erzählte jede Menge über Algorton und dessen Schüler, der nun unter dem Namen "heiliger Kuperus" bekannt ist. Wahrlich interessant.

Als wir schließlich in Passweiser ankamen, war es auch schon zu spät für eine Weiterreise und wir kehrten in ein annehmbares Gasthaus ein. Leider hatte Vitus bereits zu verstehen gegeben, dass er uns nich tim Kampf dem Yalla Sintelfink helfen könne, doch bot er an ein magisches Artefakt über Nacht herzustellen, das uns zumindest kurzfristig Schutz vor der Hexe bieten würde. Der Schutz wurde auf Sayesras Kette gesprochen und konnte nun von jedem von uns mit dem Schlüsselwort "Protectionis" ausgelöst werden. Ansonsten verlief die Nacht recht ereignislos. Dieser Vitus wäre eine tatkräftige Unterstützung für unseren Kampf gewesen. Nun waren wir wieder auf uns alleine gestellt.

25. Travia 1024 BF.

Der Grau-Magier aus der alten Zeit übergab uns heute morgen die verzauberte Kette, wie er es versprochen hatte. Hoffentlich funktioniert sie auch so wie sie soll.
Der Tag heute sollte dann wenig Aufregung bringen. Geführt von Rohal verliessen wie die Reichstrasse Richtung Süden und marschierten ein gutes Stück durch den schneebedeckten Wald. Die Entscheidung mein Pferd in Passweiser zu lassen, erwies sich als richtig erwiesen. Teilweise hätten wir größere Umwege mit dem Pferd machen müssen und laut Erec würde es eher schlimmer als besser.
So suchte uns der Gelehrte auch eine sehr annehmbare Unterkunft für die Nacht: eine offensichtlich verlassene Höhle, in der wir eine angenehme und trockene Schlafstätte fanden.

26. Travia 1024 BF

Die Nacht verlief ereignislos. Wir packten unsere Sachen und folgten wieder Rohal durch den Schnee. Die Umgebung wurde rauher und unwegsamer. Plötzlich standen wir an einer Steinwand, die 5 Schritt steil nach unten geht. Wir bechlossen zuerst Sayesra am Seil herunterzulassen, so dass wir erst unsere Ausrüstung und anschließend uns selbst abseilen könnten.
Ich war der Ansicht, dass keine besonderen Vorkehrungen notwendig wären und hielt das Seil fest in Händen, als die Gauklerin den Abstieg begann. Es war nicht besonders anstrengend, doch als ich das Seil nachpacken wollte, glitt es mir aus den Händen und auch Sayesra verlor den Halt und stürzte die halbe Strecke nach unten. Den Zwölfen sei Dank, dass sie sich nicht schwerer verletzte. Es tat mir unendlich leid und ich entschuldigte mich bei Sayesra. Wie konnte das nur passieren ? Ich war einfach zu leichtsinnig und hätte noch jemand mit anpacken lassen sollen.

Die weitere Kletterpartie ging ohne weitere Zwischenfälle zu Ende. Langsam war es wieder Zeit ein Nachtlager zu finden. Diesmal bewies Erec ein weniger glückliches Händchen mit seiner Platzwahl, aber dazu gleich mehr.

Um meine Sache wieder gutzumachen, übernahm ich Sayesras Wache. Aber der Marsch und die Kälte hinterliessen auch bei mir seine Spuren und ich schäme mich, dass nun niederzuschreiben, aber ich bin während der Wache eingeschlafen. Nicht, dass es das erste Mal war, denn bei einem Manöver der Kriegerakadmie sind mir während der Feuerwache auch schonmal die Augen zugefallen. Doch damals war die einzige Konsequenz, dass mein Feldwebel mir eine ordentliche Standpauke hielt.
Diesmal bemerkte ich leider nicht, dass sich ein großer Bär an unser Lager schlich. Wieder einmal war ich auf die Hilfe meiner Begleiter angewiesen, denn Rataro hatte wohl einen unruhigen Schlaf und hörte das wilde Tier.
Dann ging alles ganz schnell. Der Händler gab Alarm und Erec und Sayesra schafften es gerade so aus dem Zelt als der Bär es auch schon mit seinem Gewicht umstürzte. Es bgeann ein wilder Kampf und ich versuchte meine Gefährten so gut es ging zu schützen. So stellte ich mich dem Bär in den Weg, was mir einige kräftige Hiebe einbrachte. Glücklicherweise wurde ich kaum verletzt und nach einer Weile trollte sich der Bär wieder als ich ihm einige Schwerthiebe versetzte. Zwischenzeitlich sah es aber sehr schlecht um Erec aus, der vom Bären niedergestreckt worden war, doch der tödliche Biss verfehlte sein Ziel.
Anschließend kümmerte ich mich um seine Wunden. Wahrlich keine angenehme Nachtruhe !

27. Travia 1024BF

Damit war unsere Nacht natürlich mehr oder weniger vorbei. Wir klaubten die Sachen zsuammen und mussten feststellen, dass der Bär auch einiges an Zerstörung angerichtet hatte. Vor allem das neu erworbene Zelt, das Sayesra nun notdürftig flickte, und ein Teil des Proviants wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Noch etwas aufgewühlt von den nächtlichen Ereignissen setzten wir unseren Weg fort und kamen dann endlich gegen Mittag bei Algortons Feste an und wurden schon mit unseren ersten Widersachern konfontriert. Wir konnten ingesamt 5 Wachen, ausmachen, die sich in dem kleinen Tal ein provisorisches Lager aufgebaut hatten. Es standen 2 kleinere und ein großes Zelt um die Feuerstelle und ganz in der Nähe baumelte auch ein Käfig mit einem kleinen Wesen darin. Von diesem Kobold hatte Erec erzählt. Irgendwas von einem merkwürdigem Traum, den er in Jahnas Hütte gehabt hatte. Also war es doch nicht nur reine Fantasie.
In sicherem Abstand beobachteten wir das Lager und überlegten, wie wir die Schergen ausschalten konnten. Ein Sturm auf das Lager hatte wenig Aussicht auf Erfolg, dafür wäre das überraschungsmoment zu klein und die Unterzahl (an Kämpfern) zu groß. Es dauerte nicht langer, bis sich folgender Plan herauskristallisierte:

Wir würden den Schutz der Dunkelheit abwarten und die verbleibenden Wachen überraschen. Würde uns das gelingen, dann wären die schlafenden Halunken kein Problem mehr. So hatten wir uns das vorgenommen, bis sich die Lage doch noch änderte: das Lager wurde von weiteren 2 Personen mit einem Packesel betreten, der Premer Feuer geladen hatte. Das Saufgelage, das nun stattfand würde uns bestimmt helfen und den Nachteil von zwei weiteren Gegner hoffentlich ausgleichen.
So harrten wir aus, bis die Letzten in die Zelte wankten und nur noch zwei Wachen vor dem Feuer saßen. Erec, der immer noch vom Bärenangriff geschwächt war, blieb in sicherer Entfernung und bewachte unsere Ausrüstung. Rataro und Sayesra sollten die beiden sein, die die Wachen ausschalteten. Sie konnten sich einfach besser an das Lager heranschleichen. Dies gehörte leider überhaupt nicht zu meinen Qualitäten. Ich bewegte mich also so nah wie möglich an das Lager an ohne Gefahr zu laufen entdeckt zu werden.

So schlichen also die beiden in eigentlich großem Abstand um das Lager herum. Doch das Glück war uns nicht hold. Einer der beiden Wachen bemerkte die Bewegungen im hellen Mondlicht und gab sofort Alarm ! Mein Puls raste in die Höhe und ich war kurz davor mit einem Sturmangriff ins Lager einzufallen um so meinen Begleitern Zeit zu verschaffen. Doch ich hatte erlebt wie der redegewandte Händler einem ganzen Dorf einen Brautkranz abgeschwatzt hatte und wartete also ab, ob er sich auch aus dieser prekären Situation herausreden konnte.

Das ganze Lager war nun auf den Beinen und alle Aufermerksamkeit war auf die "Eindringline" gerichtet. Ich verstand nicht alles, aber nach einer kurzen Befragung führte man die beiden ans Lagerfeuer. Man hatten ihnen offensichtlich die Waffen abgenommen, aber ansonsten schien es den beiden recht gut zu gehen. Nach einer Weile tanzte sogar Sayesra für die Gauner und verschwand mit einem Verehrer im Zelt. Rataro unterhielt sich mit den rechtlichen Saufbolden am Lagerfeuer. Mir blieb nichts anderes übrig als auszuharren bis sich die Aufmerksamkeit wieder legte. Ich versuchte Blickkontakt mit Rataro aufzunehmen, doch es war einfach zu schlechte Sicht. Offensichtlich animierte er die übrig Gebliebenen aber weiter zum Zechen. Gut So !

Sayesra erschien einige Zeit später aus dem Zelt, nur um dann wieder im Zelt des Hauptmanns zu verschwinden... so hatte ich sie eigentlich nicht eingeschätzt.

Die Zeit verging also und der Alkohol zeigte seine Wirkung. Als Rataro nur noch mit 2 Kerlen am Feuer saß, entschloss ich zu handeln. Ich pirschte mich so gut ich es vermochte an das Lager heran und stürmte auf die Wache zu. Mir wäre es zwar lieb gewesen, weniger Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, aber nun kam es zu einen Schamützel mit den Banditen. In ihrem berauschten Zustand, waren sie allerdings keine große Gefahr und wir konnten Sie ohne große Schwierigkeiten überwältigen. Provisorisch fesselten wir sie und versuchten zunächst den kleinen Kobold (wir nannten ihn "Schabbernack-Seppi") zu befreien. Allerdings war er durch Yalla an seinen Käfig gebunden und wir hatten keine Möglichkeit ihn daraus zu holen. Allerdings zeigte der kleine Kerl sich trotzdem sehr dankbar und veriet uns, dass ein Geheimgang in die Feste führte, den er uns auch gerne zeigen wollte.
Wir verhörten noch kurz den Hauptmann, der nackt und gefesselt in seinem Feldbett lag (was hatte Sayesra nur mit ihm angestellt ? .. ich würde sie beizeiten einmal darauf ansprechen müssen), aber er hatte kaum wertvolle Informationen für uns. Dennoch schenkten wir ihm und seinen Mannen die Freiheit und ließen sie noch in der Nacht ohne ihre Waffen aufbrechen. Es wäre einfach nicht möglich gewesen alle zu bewachen, während wir die Festung stürmen und der Tod schien mir eine zu hohe und unangemessene Strafe.

So holten wir in den frühen Morgenstunden bis zum Nachmittag den verlorenen Schlaf nach und machten uns dann mit Seppi im Käfig zu dem Geheimgang.

28. Travia 1024BF.

Der Geheimgang befand sich noch ein Stück oberhalb, so dass wir mit einiger Mühe den Schuttberg hinaufkletteren. Meine Rüstung ist einfach nicht dafür geeignet über Stock und Stein zu kraxeln. Schließlich bin ich ja kein Gamsbock, sondern ein Krieger !

Den kleinen Kobold ließen wir etwas versteckt mit Proviant zurück. Sobald die Hexe besiegt sein würde, wäre Schabernack-Seppi wieder frei.

Wir betraten also den Geheimgang und fanden uns ins der unterirdischen Mine von Algortons Feste wieder. Hier baute er damals wohl den wertvollen Koschbasalt ab. Wer diese Arbeit für ihn übernahm war schnell offensichtlich. Skelette in Lumpen waren überall in der Mine verteilt. Merkwürdig waren die silbernen Armreifen der Skelette, die mit merkwürdigen Zeichen versehen waren, welche nichtmal von Erec entziffert werden konnten. Rataro steckte sich ein paar ein, um sie später untersuchen zu lassen.

So erforschten wir die Mine Gang für Gang und Raum für Raum. Was wir dabei herausfanden war folgendes: Die Sklaven, die hier den Basalt abbauten, wurden von einem Erdbeben verschüttet und konnten nicht aus der Mine fliehen. Ihre verzweifelte Lage trieb sie letztlich zum Kannibalismus. Der Chronist dieser Geschehnisse offenbarte noch 2 Geheimnisse. Erstens versteckte er einen Goldklumpen, der für seine Familie bestimmt war und zweitens sollte es hier einen geheimen Zurgang zur Feste geben, den Algorton immer benutzte. Wir fanden den Goldklumpen und da es sich offensichtlich um einen gottesfürchtigen Mann handelte, werden wir alles in unserer Macht stehende tun, um seinen letzten Wunsch zu erfüllen.
Die Sache mit dem Geheimgang gestaltete sich etwas schwieriger. Wir fanden einen Gang, der zwar mit einer stabilen Gittertür gesichert war, der jedoch im Nichts endete. Sehr verdächtig !
Es wurden verschiedene Theorien aufgestellt, wie wir diese Mauer überwinden konnten. Vielleicht ein geheimen Schalter oder doch nur eine Illusion(?), aber des Rätsels Lösung befand sich an der Wand im Zellentrakt. Ein Magier hatte noch den Hinweis an die Wand gekritzelt.
Mit diesem Hinweis standen wir wieder vor der Wand und nach einigem Probieren erschienen 2 Augen auf der Wand. Ich stach ,mit meinem Schwert sofort in die große Pupille und schon öffnete sich die Tür. Was letzlich der Auslöser war, blieb mir verborgen.
Endlich konnten wir diese todbringende Mine verlassen. Den zahlreichen Leichen fügten wir noch den toten Körper einer Höhlenspinne hinzu, die uns angriff.

Also ging es nun rauf zu Algortons Feste. Das Begrüßungskomitee bestand aus 2 Skelettkriegern, die diese geheime Tür wohl seit ewiger Zeit bewachten. Jetzt würden ihre gespaltenen Knochen den Eingang zieren.

Wir konnten nicht mehr weit von Yalla und ihren Schergen sein. So schlichen wir so gut es ging Stockwerk um Stockwerk nach oben zur Turmspitze. Wir erreichten eine Tür, aus der schwach ein Lichtschein unter dem Türschlitz schien. Wir mussten schnell handeln und so beschloss ich einen Sturmangriff auf wenimmerauch.
Wir rissen die Tür auf und ich stürmte auf den großen Thorwaler zu, der gerade dabei war seine Axt zu schärfen. Was folgte war ein blutiger Kampf, der uns an unsere Grenzen brachte. Das war keiner von diesen zerlumpten Räubern, sondern ein erfahrener Kämpfer, der uns schwer zu schaffen machte. Es war unser Glück, dass er auf einmal zusammenbrach und so ohne Deckung dar stand, wo wir ihm die entscheidenden Treffer beibringen konnten. Ich frage mich, warum er auf einmal zusammenbrach.... ähnlich erging es auch dieser Meuchelmörderin, die Yala nach uns schickte. Alles sehr merkwürdig, wenn ich so darüber nachdenke.

Der Kampf hinterliess allerdings seine Spuren und wir waren kaum noch in der Lage weiterzukämpfen. Aber es half nicht. wir gingen weiter nach oben bis wir schließlich die Luke zum Turmdach fanden. Auf dem Weg dahin kamen wir noch durch das Labor der Hexe, wo Sayesra zwei Heiltränke gefunden hatte. Damit konnten wir den entscheidenden Kampf gegen Yalla wagen.

Das Ganze endete jedoch mehr in einem ungeordneten Scharmützel, denn in einem sauberen Kampf. Der Zwerg, der den Aufgang zum Dach bewachte war kein minder schlechter Kämpfe als der Thorwaler und so konnte er zunächst die Luke halten. Erst als wir Magister Balthusius aus einem der unteren Räume befreit haben und dieser noch einen Stärkungstrank im Labor fand, konnten wir die Stellung überrennen. Die Hexe und der Zweg haben sich zwar noch nach besten Kräften gewehrt, aber wir konnten sie letztendlich besiegen. Allerdings nicht ohne selbst einige Verletzungen abzubekommen.
Auf der Spitze des Turmes fanden wir eine merkwürdige Apparatur und den gestohlenen Kristall. Allem Anschein nach wollte die Hexe Sintelfink damit Schreckenswesen erschaffen.
So besprachen wir mit Magister Balthusius, bei dem seine Gefangenschaft auch seine Spuren hinterlassen hatte, nur noch das nötigste in dieser Nacht und legten uns dann zur Nachtruhe. Wir hatten es endlich geschafft ! Jetzt stand uns nur noch die Reise nach Gratenfels bevor.
...so dachte ich zumindest.
Nachdem wir alle ein wenig Ruhe gefunden und die jüngsten Ereignisse verarbeitet hatten, legte ich mich schlafen. Doch kurz nachdem ich mich zur Nachtruhe begab, kam Sayesra etwas aufgeregt zu mir und erzählte, dass eine Erschütterung durch die Burg ging. Zuerst hatte ich es nicht bemerkt und schob es auf die Kämpfe, die sie etwas mitgenommen hatten und ihre Verletzungen. Doch das Beben kam immer regelmäßiger und wurde stärker. Die Idee deshalb in einer Nacht- und Nebelaktion aus der Burg zur fliehen, hielt ich anfangs für keinen guten Plan. Allerdings entdeckte Rataro in den unteren Stockwerken, genauer gesagt in der Folterkammer durch die wir in die Feste gelangten, ein monströses Ungetier. Magister Balthusius identifizierte es später anhand der Beschreibung als Dämon aus den Niederhöllen.Somit gab es keine Frage mehr, ob wir aus dem Turm fliehen würden, sondern nur wie schnell.
Wir packten in Windeseile unsere Sachen und seilten uns mit dem Tragekorb hinab ins Tal.

Der Rest der Reise ist schnell erzählt. Wir schlugen uns durch den schneebedeckten Kosch und nahmen den Esel, den die Räuber zurückliessen um unsere Ausrüstung zu tragen. Daher benötigten wir auch einige Zeit mehr um wieder auf die Reichstrasse zu kommen. Hier trennten sich kurzzeitig unsere Wege, denn ich marschierte im Eiltempo zurück nach Passweiser um mein Pferd abzuholen. Eine Dukate mehr kostete mich der längere Aufenthalt. Langsam wurde meine Reisekasse knapp.

Natürlich suchten wir noch die Familie des armen Schreiberlings, der in Mine Algortons sein Ende fand, auf und erfüllten seinen letzten Willen. Dir Freude war natürlich groß über den unerhofften Goldsegen. Wir verbrachten dort die Nacht und erzählten von unserem Abenteuer.

Letzlich führte unser Weg aber wieder nach Gratenfels (ich holte meine Gefährten und den Magister kurz vor der Stadt ein). Dort angekommen brachten wir Balthasar Balthusius direkt zu seinem Haus, wo ihn seine überglückliche Tochter in Empfang nahm.

Wir alarmierten sofort die Wachen, dass der Archivar ein Verräter war und mit der Hexe Sintelfink gemeinsame Sache gemacht hat. Als Beweis hatten wie die Briefe, die wir in der Feste fanden.
So wurde dieser Verbrecher auch schnell dingfest gemacht !

Was folgte war eine Audienz beim Grafen, der sehr zufrieden mit der Erfüllung unserer Aufgabe war. So zufrieden, dass er jedem von uns die Ehrenbürgerschaft in Gold verlieh zusammen mit einem kleinen Vermögen aus der Stadtkasse, die mein Dukatenbeutel wieder etwas voller werden ließ.
Wir verkauften noch einen Teil der Ausrüstung, die wir nicht mehr benötigten und auch der Magister, bei dem wir abschließend zum Essen eingeladen wurden, dankte uns seine Befreiung mit ein paar Dukaten.
Normalerweise hätte ich das Geld nicht angenommen, aber der Magister bestand darauf und irgendwie musste ich auch anfangen meinen Schuldenberg etwas abzutragen.

Ich hatte vor noch einige Tage in Gratenfels zu verbringen und mein Hauptmann Arto von der Marsch die Klingen zu kreuzen. Ich hatte das Gefühl, dass ich auf meiner Reise schon ein paar Kniffe dazu gelernt hatte.

Das war also mein erster Auftrag nach der Akademie. Ich hoffe, dass noch viele weitere folgen werden.