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Gauklerin Sayesra ibn Fayrisa

Sayesra ist am 9. Rahja im Jahre (Jahr hier einfügen) zur frühmorgentlichen Stunde geboren. Ihre Mutter heißt Fayrisa und zieht als Gauklerin durch die aranischen Lande. Den Vater hat Sayesra niemals kennengelernt und auch seinen Namen hat Fayrisa ihr nie verraten, da Fayrisa nur als Mittel zum Zweck mit ihm zusammen war. Allerdings muss es ein sehr schönes Exemplar Mann gewesen sein, weil sonst wäre er nicht Sayesras Vater geworden. Aber das ist nur eine Vermutung von Sayesra. Fayrisa ist sehr auf ihre Tochter.
Darum ist Sayesra auch gut behütet aufgewachsen und hatte stets ausreichend zu Essen, wobei es dennoch ein sehr schlichtes und nicht immer einfaches Leben war, weswegen Fayrisa für ihre Tochter öfters einmal auf eine Mahlzeit verzichtet hat. Denn das Leben auf der Straße als Fahrendes Volk hat so seine Höhen und Tiefen, je nachdem wie spendabel die Leute gerade sind.
Sayesra liebte schon von Kindesbeinen an die Zeit auf der Straße und sie liebte es, ihrer Mutter zuzusehen, wenn sie vor Publikum auftrat oder auch für sich an ihren Bewegungen feilte. Schon bald versuchte sie, die Tanzbewegungen ihrer Mutter nachzuahmen, denn diese sahen so elegant für Sayesra aus. Zuerst war sie eher unbeholfen, aber mit der Zeit wurde sie immer besser. So trat sie im Alter von 10 Jahren das erste Mal zusammen mit ihrer Mutter vor Publikum auf und genoss die Aufmerksamkeit in vollen Zügen. Von da an konnte sie es immer gar nicht mehr erwarten, noch mehr zu lernen, um vor Publikum ihr Können zu zeigen, da sie das Tanzen von ganzem Herzen liebt.
Wenn sie in eine größere Stadt kamen, nutzte sie auch immer die Gelegenheit, auf Marktplätzen oder in Tavernen anderen Tänzern zuzusehen, um neue Tänze aufzuschnappen. Dabei gehörte zu ihrem Highlight, einmal durch ein Fenster eines gehobenen Gasthauses einer echten Sharisad bei ihrer Aufführung zusehen zu können, zumindest ein bißchen, da sie nach einer Weile von einem Knecht vertrieben wurde. Dabei entwischte sie immer ihrer Mutter, damit sie sich alleine auf die Socken machen konnte, um eine Stadt zu erkunden.
Sayesra lernte im Laufe ihres Lebens auch die guten "alten" Bekannten ihrer Mutter kennen, denen sie öfter einmal unterwegs begegneten. Dies waren der schöne junge Aytan, Esmalda, Shila, Rachel und die alten Zwillingsschwestern Peribeth und Perizel.
So vergingen die Jahre relativ unspektakulär. Die einzigen nennenswerten Ereignisse waren, dass Sayesra kurz nach ihrem 13. Geburtstag von ihrer Mutter einen wunderschönen Kampfstab aus Holz geschenkt bekam, verziert mit bunten Bändern und mit dem schönen Aytan verbrachte sie kurz vor ihrem 15. Geburtstag ihre erste Liebesnacht.
So hätte Sayesras Leben weitergehen können, allerdings hatte das Leben etwas anderes für sie und ihre Mutter parat. Kurz nach ihrem 15. Geburtstag waren ihre Mutter und sie gerade in einem kleinen Dörfchen in der Nähe von Baburin zu Gast und gaben dort einige Vorstellungen, um für die Weiterreise ein wenig Proviant kaufen zu können, als ein furchtbarer Hagelschauer über den Feldern niederging. Und da die abergläubischen Bauern gerade einen Schuldigen brauchten und die beiden Fremden gerade da waren, wurden sie beschuldigt, Hexen zu sein und den Hagelschauer verusacht zu haben, was natürlich vollkommener Blödsinn war. Und der fanatisch praiosgläubige Dorfvorstehe, Tulef, war auch gleich zur Stelle, nahm sie in Gewahrsam, und drohte ständig damit, dass es ein wunderschönes Freudenfeuer mit den beiden als Ehrengäste geben würde, sobald nur der Praiosgeweihte eingetroffen wäre.
Sayesra und ihre Mutter konnten entkommen, allerdings hat dieses Ereignis einen bleibenden Eindruck auf Sayesra gehabt, so dass sie seitdem tiefe Vorurteile gegenüber allem und jedem, der mit Praios etwas zu tun hat, hegt. Außerdem hielt es ihre Mutter für besser, die Gegend erst einmal zu verlassen und woanders hinzuziehen. Da sie aber in vielen Dörfern Araniens schon einmal gewesen waren, beschlossen sie, eine andere Richtung einzuschlagen, erst einmal Richtung Norden. In einer kleinen Taverne am Wegesrand saßen sie mit einem Fremden zusammen, der ihnen weinselig von Almada vorschwärmte, und so beschlossen die beiden, sich einmal dorthin zu wenden. Also umrundeten sie den Raschtulswall und machten sich wieder auf den Weg nach Süden, Richtung Almada.
In der Nähe von Yasamir an einer kleinen Nebenstraße im Wald liefen sie einer Diebesbande über den Weg, die leider zu groß war, um etwas gegen sie auszurichten. Wenigstens waren die Schurken nur auf ihr Geld und ihren Proviant aus, wovon sie recht wenig besaßen, und sie dann unversehrt in Ruhe ließen.
Allerdings waren sie nun proviant- und geldlos in der Wildnis, was nicht gerade das angenehmste ist. Da kam die warmes Essen verheißende Rettung in Form einer kleinen Sippe Zahori um Retoban, den Starken, wie er sich selber betitelte, des Weges. Da es nach Gauklervolk aussah, gingen die beiden der Sippe nach bis sie ihren Lagerplatz aufschlugen und baten dann um ein Schüsselchen Eintopf. Zuerst wurden sie misstrauisch beäugt, aber die Zahori waren von Natur aus gastfreundlich und so wurde ihnen ein Platz am Feuer freigeräumt und eine gefüllte Schale in die Hand gedrückt.
Und dort merkte man bei Musik und Tanz um das Feuer, dass sich hier verwandte Geister getroffen hatten und es wurde beschlossen, dass die beiden eine Weile mit den Zahori durch die Gegend reisen würden.
Dadurch freundete sich Sayesra fest mit der etwa gleichaltrigen Rahjada an, die zu einer zahorischen Tänzerin ausgebildet wurde und zwischen den beiden fand ein reger Austausch statt. Sayesra zeigte ihr die aranische Art zu Tanzen mit wiegenden, verführerischen Bewegungen und mit Schleier, dafür zeigte Rahjada ihr die typischen stampfenden Schritte der Zahori und brachte ihr den Umgang mit Zimbeln bei. Von ihr bekam sie auch die Kurzform Esra als Spitznamen verpasst, nach Rahjadas verstorbener Großmutter.
Bei der Sippe verbrachten die beiden ungefähr ein Jahr, reisten durch Almada und stockten wieder ihren Geldvorrat etwas auf. Bei den Zahori lernte Sayesra auch den Geschmack von geräuchertem Fisch kennen und lieben und sogar ein bißchen das Angeln. Das war wieder eine schöne Zeit, aber für Fayrisa war es einfach nicht dasselbe wie in ihrer Heimat.
Darum beschlossen die beiden, die Sippe wieder zu verlassen und in ihre Heimat zurückzukehren. Zum Abschied bekam sie von Rahjada noch deren Zimbeln geschenkt, die zu Sayesras Lieblingstanzutensil geworden waren.
Allerdings brodelte in Sayesra den ganzen Weg über die Faszination über die fremde Lebensweise und fremde Gegenden und so reifte in ihr der Entschluss, dass sie noch mehr von der Welt sehen wollte. Und so trennten sich die Wege von ihrer Mutter, die vollstes Verständnis für ihren Entdeckersinn hatte, aber nicht mitkommen wollte. Es war ein durchaus tränenreicher Abschied, denn die beiden waren noch nie voneinander getrennt gewesen, aber trotz allem trauert keiner der beiden dieser Entscheidung hinterher. Und so reiste Sayesra auf der Reichsstraße weiter nach Norden (im Alter von ca. 17 Jahren), während ihre Mutter nach Osten abbog.